Das Kind in der Gemeinschaft

Für eine gesunde Entwicklung profitieren Kindern enorm von anderen Kindern. Im Zusammenleben mit Kindern erlebt das einzelne Kind vielfältige soziale Interaktionsmöglichkeiten. Das Kind schliesst erste Freundschaften, löst Konflikte, lernt zu teilen und sich zu behaupten. Wir als Betreuungspersonal beobachten das soziale Verhalten und geben dem Kind die notwendige Unterstützung. 

Das Bedürfnis nach Ernährung

Die gesunde und kindgerechte Ernährung liegt uns am Herzen. Daher wird das Mittagessen frisch zubereitet. Die Kinder können das Zubereiten der verschiedenen Mahlzeiten miterleben und aktiv mithelfen. Den Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich selbstbestimmt und selbstwirksam an Essenssituationen zu beteiligen, immer bezogen auf ihre individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sobald die Kinder sicher sitzen und einen Löffel halten können, sollte ihnen dies in allen Essenssituationen ermöglicht werden. Schon die kleinen Kinder in der Gruppe lernen souverän und sicher mit Karaffe und Schöpfkelle umzugehen, wenn diese in entsprechenden Grössen vorhanden sind und den Kindern das Vertrauen in ihre Fähigkeiten gegeben wird. Kinder die müde sind oder keinen Hunger haben, sollen nicht aus Prinzip an der Tischgemeinschaft teilnehmen, sondern die Möglichkeit haben, die Mahlzeit später oder früher einzunehmen. Das Wohl der Kinder steht im Mittelpunkt, sie sollen erfahren, dass ihre Bedürfnisse von allen Beteiligten ernst genommen werden. Die Erwachsenen können die Kinder begleiten und ihnen gesunde Nahrung anbieten, ihnen ein Vorbild sein und sie sachte an das Essen gewöhnen. Die Entscheidung, ob und was sie essen liegt hingegen bei den Kindern. Essen sollte immer freiwillig und in einer positiven Atmosphäre stattfinden und darf nie Zwängen ausgesetzt sein.

Das Bedürfnis nach Bewegung 

Die Innen- und Aussenräume sind kindgerecht eingerichtet und ermöglichen den Kindern eine spannende und abwechslungsreiche Atmosphäre mit verschiedenen Entfaltungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Die Bedürfnisse der Kinder werden wahrgenommen und sie werden in ihrem natürlichen und individuellen Lernprozess begleitet. Wir begegnen den Kindern einer wertschätzenden und respektvollen Grundhaltung. Die Betreuungspersonen achten auf Grundsätze von Kinaesthetics Infant Handling. Dabei wird darauf geachtet, dass die Art und Weise wie die Kinder gewickelt, getragen und in ihren Bewegungen unterstützt werden den natürlichen Bewegungsabläufen entsprechen. Dies unterstützt die Bewegungsentwicklung des Kindes. 

Das Bedürfnis nach Erholung

Kinder brauchen Rückzugsorte, um sich allein zu beschäftigen, erholen und Erlebtes verarbeiten zu können. Wir achten auf das Körperempfinden des Kindes und gehen respektvoll damit um. Zum Wohl des Kindes und der Kindergruppe bauen wir Erholungsmomente und Ruhephasen im Tagesablauf ein. Wir respektieren die individuellen Bedürfnisse des Kindes nach Ruhe und bieten geeignete Rückzugsmöglichkeiten. Ein Angebot an ruhigeren Spielmöglichkeiten (Bücher, Puzzle, Hörbücher, Stifte und Papier) stehen immer zur Verfügung. Wir geben dem Kind genügend Zeit und eine liebvolle Begleitung beim Einschlafen und Aufwachen. Das geliebte Einschlafnuschi, -tierli, - kissen soll immer in die Kita mitgegeben werden, um Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Erholungsmomente und Ruhephasen sind im Tagesablauf eingebaut.

 Das Bedürfnis nach Bindung und Beziehung 

„Bindung ist das gefühlsgetragene Band, das eine Person zu einer anderen spezifischen Person anknüpft und das sie über Raum und Zeit miteinander verbindet.“ 
Ein Kind braucht eine sichere Bindung um zu explorieren. In Abgrenzung zur Bindung an die Eltern spricht man in diesem Zusammenhang von einer Bindungsbeziehung. Um die Bindung und die Beziehung des Kindes gegenüber den Bezugspersonen zu entwickeln, gewöhnen wir die Kinder nach dem Berliner-Modell Schritt für Schritt ein. Die Betreuungsperson hat ein Mass an Distanz, Aufmerksamkeit und Zeit für mehrere Kinder. Wir geben den Kindern Zuwendung, Sicherheit, Stressreduktion und Explorationsunterstützung. 

Bedürfnis nach Partizipation 

Unser Alltag wird so strukturiert, dass die Kinder die Möglichkeit haben, sich selbstständig zu entscheiden, welche Tätigkeit sie machen möchten. Die Selbstständigkeit und Bemühung der Kinder werden im Alltag unterstützt und bestärkt. Die Kinder haben den Willen Entscheidungen zu treffen.